Meine Lebensgeschichte

von

Mirja Freye

Wie schlägt mein Herz?

Immer im Beat meiner Lieblingsmusik.

Hi, ich bin Mirja – geboren 1980 im wunderschönen Bremen – und ein sehr fröhliches Menschenkind. Das war ich schon immer und die Fröhlichkeit, oder auch die Sonne im Herzen, habe ich mir stets bewahrt, auch wenn ich schon ziemlich früh lernen musste, dass das Leben einem oft übel mitspielt. Mit zwei Jahren bin ich an juveniler Polyarthritis erkrankt – besser bekannt als Rheuma. „Das bekommen doch nur alte Leute“ – glauben leider auch heute noch viele, stimmt aber nicht. Jedes Jahr erkranken etwa 16 000 Kinder in Deutschland. Bei mir führte das schon mit 5 Jahren zum Grauen Star in beiden Augen. Seitdem bin ich Linsenlos – hatte aber dabei noch großes Glück. Da vor allem mein Papa immer nach den bestmöglichen Behandlungsmöglichkeiten suchte und dabei in meinem Fall auf die Kinderrheumaklinik in Garmisch-Partenkirchen stieß (und das in einer Zeit ohne Internet), konnte man mir noch rechtzeitig helfen. Ich kann nämlich, dank Kontaktlinsen, immer noch gut gucken. Auch meine Knie und noch ein paar andere Gelenke sind betroffen und können bei Stress immer mal dick werden und mich ärgern, aber alles in allem geht es mir sehr gut damit. Ich tanze viel, hüpfe auf meinem Trampolin und mache Yoga und bin dabei um einiges beweglicher als viele gesunde Menschen.

Ich musste immer hart für meine gesetzten Ziele kämpfen, aber unterkriegen lassen habe ich mich dabei nie. Auch nicht, als meine unglaublich wundervolle und tapfere Mami, damals als ich 8 Jahre alt war, an Brustkrebs erkrankte. Zu diesem Zeitpunkt hätte keiner von uns dreien, Papa, Mama oder ich, auch nur ahnen können, wie lange diese Krankheit uns begleiten würde.

18 Jahre

18 Jahre geprägt von Mut, Tapferkeit, Optimismus und ganz viel Liebe.

Auch in ihrem Fall sind wir nicht nur dem Weg der klassischen Schulmedizin gefolgt. Als diese nämlich 1993 nichts mehr für sie tun konnte, sondern ihr nur riet, sie möge jetzt ihre Angelegenheiten klären, hat sie eine Alternativtherapie angefangen, die uns immerhin 12 wunderbare Jahre mehr zusammen verschafft hat.

Am 21. Mai 2005 hat meine Ma, wie ein wahrer Gryffindor, den Zug bestiegen und ist vorausgereist in eine andere Welt. Und auch wenn das nun seltsam klingt, dieser Moment gehört zu den prägendsten und schönsten Augenblicken in meinem Leben.

Wer mich heute trifft, der würde vermutlich nie auf die Idee kommen, dass ich so einen „ernsten“ Hintergrund habe. Ich gehe fröhlich singend durchs Leben und habe mir meine kindliche Begeisterung bewahrt – sehr zur Erheiterung meiner Kollegen – ich liebe z. B. Harry Potter und die Gilmore Girls. Mit Kleinigkeiten, wie Lieblingsliedern im Radio oder Kaffee, kann man mir große Freude bereiten und ich glaube, darum halten mich einige Leute auf den ersten Blick für vollkommen irre und/oder oberflächlich… Für mich ist das völlig ok. Ich nehme das Leben nicht allzu ernst, denn wir kommen da alle eh nicht lebend raus und solange will ich wenigsten Spaß und gute Laune haben!

Wofür schlägt dein Herz?

Musik ist meine große Liebe, sie begleitet mich seitdem ich denken kann und hilft mir in jeder Lebenslage. Es gibt ein paar Songs, von denen reichen mir nur die Anfangsklänge und ich bin umgehend wieder fröhlich.

Mein Herz schlägt aber auch für Tiere – vor allem zu Hunden und einigen Pferden habe ich besondere Beziehungen. Wer mich kennt, weiß von welchen Wesen ich spreche. 🙂

Für die wunderbaren Menschen in meinem Leben.

Und für so ganz profane Dinge wie: Kaffee, Harry Potter, meinen Lieblingsverein Werder und meine Badewanne.

Was ist für Dich Leben? Was heißt für Dich: „Deinem Herzen zu folgen?“

Leben bedeutet für mich, möglichst jeden Augenblick zu genießen. Und das tue ich auch. Man weiß ja nie wie lange einem noch die Zeit dazu bleibt, Dinge zu tun, die man gerne noch tun würde. Wie zum Beispiel verreisen oder so. Auch das habe ich wohl von meiner Ma … Ich war einmal mit ihr im Musical „Mamma Mia“ und da gibt es einen Song der heißt auf Deutsch „Durch meine Finger rinnt die Zeit“ – es geht um verlorene Zeit einer Mutter mit ihrer Tochter, die unwiederbringlich vorbei ist. Sehr traurig, fand ich, und habe während des ganzen Songs im Theater gesessen und geheult. Meine Ma nicht. Sie sagte damals:

„Ich habe immer alles mit dir unternommen, was ich mir vorgenommen habe – tolle Urlaube, Ausflüge usw. Ich fand den Song nicht traurig. Die Frau ist ja selber Schuld.“

Und dieses Erlebnis hilft mir auch heute noch sehr. Meine Ma ist zwar schon früh, mit 48 Jahren, gestorben, aber sie hatte sozusagen keine offenen „Baustellen“ mehr. Und das will ich auch. Darum versuche ich immer, meine Wünsche und Träume – sofern es mir möglich ist – zielstrebig in die Tat umzusetzen und meinem Herzen zu folgen. Aktuelles Beispiel: meine Traumreise. Ich wollte unbedingt einmal auf die Malediven. Blöderweise macht man diese Reise vor allem als Pärchen. Dazu fehlte mir allerdings ein entscheidender Teil – der Partner – und ich wollte nicht warten, bis der vielleicht irgendwann einmal auftaucht. Stattdessen ergab es sich dann alles ganz anders, einfach weil ich der richtigen Person von meinen Reisewünschen erzählte. Ein halbes Jahr später habe ich mit genau dieser Person diese Wunschreise angetreten und es war grandios!!!

Ich war aber auch schon als Kind ein absoluter Bauch/Herz Mensch, wenn man so will. Bei wirklich wichtigen Entscheidungen ist es immer mein Herz/Bauchgefühl, dass mir den richtigen Weg weist. Das hat meine Eltern oft zur Verzweiflung getrieben, aber sie haben gelernt, meinen Entscheidungen zu vertrauen. Zum Beispiel als ich mit 16 beschloss, nicht auf das 5 Minuten entfernte Gymnasium zu gehen, sondern stattdessen lieber 3 Jahre lang 2 Stunden Busfahrt auf mich nehmen wollte, um am Gymnasium am anderen Ende der Stadt Musik-Leistungskurs zu machen. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens übrigens. Und witzigerweise wusste ich auch schon als Kind, was ich werden wollte: Entweder Sängerin oder Radiomoderatorin … Damals wurde ich zwar meist nur belächelt, aber es hat beides irgendwie geklappt 😉 Erst habe ich 8 Jahre lang als Mitglied eines Musicalensembles in ganz Deutschland und sogar Südkorea gesungen und heute verdiene ich mein Geld als rasende Reporterin im Radio und Fernsehen. Und ich liebe meinen Job!

Wie kann ich mir deinen Alltag vorstellen?

Jeden Tag anders, aber der Start ist immer gleich. Der erste Weg führt immer zu meiner Kaffeemaschine – zusammen mit meiner Waschmaschine mein liebstes Haushaltsgerät! – auch die war übrigens ein großer Wunsch von mir. Danach düse ich ins Studio und schaue, was der Tag an Neuigkeiten bringt. Mittwochs zum Beispiel beginnt der Alltag schon sehr früh, um 3 Uhr 30, da habe ich immer Frühdienst und darf meine gute Laune in unserer Morgenshow verbreiten, was mir großen Spaß macht. Oft sind aber auch Termine geplant, oder es geht zum Dreh oder in den Schnitt oder so. Das ist das Schöne, es ist sehr abwechslungsreich. Außerdem habe ich sehr viel mit Menschen zu tun. Darf spannende Persönlichkeiten interviewen (z. B. unsere Bundeskanzlerin) oder live im Radio erzählen, was zum Beispiel gerade in der Region passiert. Lustig wird es immer, wenn ich für eine meiner Kolleginnen skurrile Figuren in Hörspielen sprechen darf – wie böse Hexen oder schräge „Experten“. Oder bei den Piraten der Störtebeker Festspiele fröhliche Backstage-Reportagen machen kann, wie zum Beispiel Adler trainieren oder so.

Dort ist übrigens auch dieses Foto von mir entstanden. Fotografiert von einem bekannten Maler und Künstler von Rügen, Wolfgang Behrend, der leider im letzten Jahr auch an Krebs verstarb. Ich glaube, er würde sich sehr freuen darüber, dass dieses Foto nun für dieses schöne Projekt genutzt wird.

Was sind deine wesentlichen Motivationen? Was macht dein Leben aus?

Maria träumt

„Gute Laune haben und diese verbreiten. Folge der Freude, kann ich dazu nur sagen, das hilft.“

War das schon immer so? Wie bist Du zu deinem aktuellen Leben gekommen? Was waren so Meilensteine im Nachhinein?

Ja, das war schon immer so. Vieles habe ich ja schon geschrieben, wie die Schulwahl mit 16 – das war ein Meilenstein. Der Tod meiner Mutter, gehört natürlich dazu und auf jeden Fall auch der Einstieg in den Beruf. Nach meinem Uniabschluss stand ich vor der Wahl. Gerade fertig, da bot mir ein Verlag ein Volontariat an … Allerdings etwas außerhalb der Stadt, zum Thema Internet und mit normaler Vollbezahlung … Hammer. Gleich ein Jobangebot. Trotzdem war mein Gefühl dabei ganz mies. Am nächsten Morgen bin ich scheinbar grundlos heulend aufgewacht und dachte: „das will ich nicht machen, auch wenn es gut klingt“. Ich bin diesem Gefühl gefolgt und habe stattdessen ein unbezahltes Praktikum beim Radio gemacht. Heute kann ich sagen: das war das Richtige – ich habe dadurch meinen Traumberuf gefunden. War aber auch ein langer Weg bis hier …

Ich wäre damals gerne in meiner Heimatstadt geblieben, aber da hat irgendwann alles einfach nicht mehr gepasst. Den Job, den ich so gerne bekommen hätte, bekam eine andere. Dafür wurde mir hier, in Mecklenburg Vorpommern, einfach alles ermöglicht. Alles klappte irgendwie und die Stadt buhlte richtig um meine Gunst. Ich habe selten so viel Glück auf einmal erfahren. Bestes Beispiel meine Wohnung. Ich wohne in einer Studentenstadt, in der kleine Wohnungen Mangelware sind. Aber offenbar nicht für mich. Die erste Wohnung, die ich mir ansah, habe ich auch bekommen. Und das in einem Neubau, in dem die Wohnungen schon zwei Jahre vor ihrer Fertigstellung alle vor reserviert waren. Vor meinem Einzug durfte ich mir sogar noch Farben für die Räume aussuchen und bekam am Ende auch den besten Parkplatz im Haus.

Womit verdienst Du dein Einkommen und wie hast Du deinen ersten Auftrag bekommen? Wie ist es gestartet?

Wie schon gesagt, mit einem unbezahlten Praktikum bei einem privaten Radiosender fing alles an. Dort hatte ich schon Monate gearbeitet und täglich Veranstaltungstipps geschrieben, bis irgendwann unser neuer Moderator fand, ich könnte doch auch gut mal Reportagen machen. Einer meiner ersten Aufträge war: die Karussells auf dem Bremer Freimarkt testen und über jedes eine Radio-Reportage mitbringen. Mir wird heute noch übel, wenn ich daran denke … Zusammen mit der Tochter meiner besten Freundin – meinem „Halb-Patenkind“, sie war damals 8 Jahre alt – bin ich an einem Nachmittag heldenhaft in so ziemlich jedes Karussell gestiegen und habe das Ganze mit dem Mikro aufgenommen. Das Kind wurde dabei von Mal zu Mal fröhlicher, mir wurde immer schlechter. Dementsprechend lustig klangen auch die Reportagen – sie ganz tough und ich nur am Jammern. Höre ich heute noch gerne zu 😉

Inzwischen erlebe ich immer noch viele Abenteuer mit Mikro und/oder Kamera – erfreulicherweise keine Karussells bislang – und außerdem inzwischen auch mit Bezahlung.

Wie hast Du Dich und deine Bestimmung gefunden? Gab es einen besonderen Auslöser oder war es ein Prozess?

Ich bin einfach immer meinem Herzen treu geblieben. Das schlug von Anfang an für Musik und Stimme …Dem Ruf bin ich stets und ständig gefolgt, wenn auch in unterschiedlichen Bereichen. Als 2jährige habe ich schon mehr gesungen als gesprochen (mache ich auch heute noch), mit 5 oder 6 wollte ich unbedingt Ballett machen (eine Liebe die noch immer hält, trotz manchmal dicker Knie), Gesangsunterricht mit 15, dann Musik-Leistungskurs und darüber dann der Weg zur Musical-Company. 8 Jahre lang war ich Teil von diesem Ensemble, gehörte auch zur Urbesetzung eines eigenen Musicals. Ich hatte auch vor eine Musical-Ausbildung zu machen. Ja, mit Rheuma wahrscheinlich keine gute Idee, aber das wäre mir fast egal gewesen. Allerdings hatte ich dann ein halbjähriges Praktikum beim größten, deutschen Musical-Unternehmen und das hat mir die Augen geöffnet. Ich konnte mir nämlich nicht vorstellen, alle halbe Jahr zu neuen Auditions zu laufen immer auf der Suche nach einem neuen Job – das war mir nicht beständig genug. Ja und darum habe ich danach mit viel Eifer mein Kultur, Kunst- und Musikwissenschaftsstudium zu Ende gemacht und der Rest steht oben.

Was war schwierig daran? Wie bist Du damit umgegangen? Wie hast Du die Hindernisse überwunden?

Ich habe einen Leitspruch:

„Bedenke nicht zu bekommen, was man eigentlich will, ist oft ein großer Glücksfall.“

Meine beste Freundin wird nun sehr lachen … dieser Spruch begleitet mich schon sehr lange und war schon so oft, so wahr. Ich habe sehr häufig für meine Ziele und Träume kämpfen müssen. Auf Anhieb hat selten etwas geklappt. Das scheinbare Glück hatten ganz oft die anderen. Das hat mich vor allem als junge Erwachsene manchmal frustriert. Es gab Freundinnen denen fiel alles zu und ich musste immer dran bleiben und kämpfen – beim Führerschein zum Beispiel. Im Nachhinein eine lustige Story, die ich auch schon bei uns im Radio erzählt habe … Aber als 18jährige ein Drama … Zweimal bin ich durchgefallen, weil ich immer so nervös war, wenn der Prüfer hinter mir saß.

Heute bin ich deutlich gelassener als früher und habe gelernt, manches einfach loszulassen, das macht vieles einfacher. Ich gebe immer mein bestes, aber wenn dann etwas mal nicht klappt, soll es eben nicht sein. Erzwingen kann man es meist eh nicht, stattdessen glaube ich, dass alles was wir brauchen im richtigen Moment schon zu uns kommen wird. Wie freie Parkplätze zum Beispiel 😉

Was war deine schlimmste Situation, die sich im Nachhinein als besonders wertvoll herausgestellt hat? Was hast Du daraus gelernt?

Die schlimmste Situation war nicht der Verlust meiner Mama, sondern eine Art „Verrat“, der mir etwa ein Jahr nach ihrem Tod widerfuhr. Eine Person aus meinem damals engeren Familienkreis, die mit dem Tod meiner Mutter nicht klar kam und irgendwie nach einem Sinn für sich suchte. Sie machte damals mir gegenüber eine ziemlich dumme Bemerkung, die zu einem großen Familienstreit führte. Ich habe damals auf die harte Tour lernen müssen, dass Menschen bei denen man dachte, sie würden einen sicher lieben, manchmal einfach auch nicht aus ihrer Haut heraus können und einen von heute auf morgen fallen lassen. Das hat vieles in mir verändert. Aber das war ein Prozess, der lange gedauert hat. Ich habe in dieser Zeit immer wieder den gleichen Song gesungen: „Frei und Schwerelos“ (Defying Gravity) aus „Wicked“. Es gibt darin eine für mich sehr wichtige Textzeile:

„Zu lang wollte ich geliebt sein, darum spielte ich ihr Spiel, ist das der Preis für Liebe, kostet sie zu viel.“

Und genau dieser Satz hat mich irgendwie befreit. Mir ist es heute herzlich egal, wenn mich jemand nicht mag oder anstrengend findet. So eine Lorelai Gilmore Natur wie ich, ist einfach nicht jedermanns Sache. Entscheidend ist, dass ich mich nur noch mit Menschen umgebe, die mich genauso mögen, wie ich bin. Und die wunderbaren Personen, die inzwischen ein Teil meines Lebens sind, mögen genau dieses Fröhliche besonders an mir und machen sich eher sofort Sorgen, wenn ich mal nicht beschwingt durch jeden Raum schwebe.

Warum glaubst Du, erlebt jeder von uns diese schwierigen Zeiten?

Diese Zeiten gehören zur persönlichen Weiterentwicklung unbedingt dazu. Aus Verlusten, Kämpfen, Niederlagen und Schwierigkeiten lernt man doch viel mehr, als aus permanenten Siegen. Das wäre ja schrecklich, wenn man immer nur gewinnen würde. Erinnert mich ein bisschen an Fußball. Seitdem Bayern immer oben steht, ist die Fußball Bundesliga doch wahnsinnig langweilig geworden. Man kann sich so richtig nur über Siege freuen, wenn man auch Niederlagen kennt. Ich frage mich immer, freuen sich Bayern Fans noch, wenn die Mannschaft mal wieder Deutscher Meister wird? Mein Herz schlägt in dieser Hinsicht ja grün-weiß (Heimatstadt Bremen, is klar, oder?) ich leide doch ganz anders. Zwischen Abstieg und DFB Pokal ist gerade alles möglich. Und wenn mein Liebling Pizarro trifft zum 100sten Werdertor, dann habe ich Freudentränen in den Augen. Das Drama gehört zum Happy End dazu, sonst weiß man das doch gar nicht zu schätzen.

Oft sind es ja Ängste, die uns vor diesen Schritt abhalten. Welche Ängste hattest Du und wie bist Du damit umgegangen?

Verlustangst. Ich habe 18 Jahre lang Angst gehabt, meine Mama zu verlieren. Vor 10 Jahren ist das tatsächlich passiert. Das war schlimm, aber ich habe überlebt. Ich bin wieder aufgestanden und habe weitergemacht. Heute habe ich keine bedeutende Angst mehr. Zumindest nichts von dem ich mich einschüchtern lassen würde … Wozu? Angst kann einen lähmen und am Leben hindern, das will ich nicht. Ich meine hier die beständige Angst oder Ängste, nicht Zustände, die in Gefahrensituationen auftreten, das ist etwas anderes. Und wenn man Angst hat, vor Sachen oder Dingen, dann denke ich oft: „Ach komm, Augen zu und durch, wird schon!“ Es fühlt sich so toll an, wenn man dann seine Ängste besiegt. Zum Beispiel hatte ich lange Zeit Angst vor Schlangen. Irgendwann bekam ich die Gelegenheit eine zu streicheln, und das war total toll. Ganz anders als ich mir das vorgestellt hatte. Großartig, diese Angst ist weg. Und ganz stolz bin ich immer noch darauf, dass ich in Dubai ohne zu zögern auf einer Wasserrutsche durch Haie gerauscht bin. Und manchmal hilft es auch einfach sich vor Augen zu halten wovor man eigentlich wirklich Angst hat … darum hier eines meiner absoluten Lieblingszitat:

„It’s the unknown that we fear, when we look upon death and darkness, nothing more!“

Was hat sich alles verändert? Was machst Du jetzt anders? Was ist heute für Dich wichtig?

Ich ruhe inzwischen in mir selbst, würde ich sagen. Und bin oft überraschend gelassen in Situationen, in denen ich dann über mich selbst staune. Ich amüsiere mich stattdessen lieber über mein Leben oder Dinge die passieren. Ich bin jemand, dem oft Sachen runter fallen oder der sich selbst versehentlich verletzt – neulich erst beim Tanzen. Da habe ich mein Bein so blöde geschwungen, dass mir eine vorstehende Schraube eine hübsche Narbe im Schienbein hinterlassen hat… Dagegen hilft nur Lachen – zumindest wenn der Schmerz vorbei ist. Ich rufe dann auch gerne mal: „Und Cut!“ so als wäre die Szene jetzt im Kasten. Das macht Spaß und der ist wichtig.

Das sieht wohl auch Gott bzw. das Universum so. Ich erlebe oft Situationen die einfach total irre sind…Wie Anrufe von Hörern, die mir spontan am Telefon Gedichte vortragen und auf der Heimorgel spielen und dazu schief singen … mich erfreut so etwas.

Und was mir besonders geholfen hat, ich habe inzwischen gelernt mit Neid und Missgunst ganz gut umzugehen. Leider begegnen einem im Leben immer wieder Menschen, die mit sich selbst und ihrem Leben so unzufrieden sind, dass sie dir deinen Erfolg nicht gönnen. Zu denen habe ich nie gehört – auch wenn ich mir manchmal natürlich eine gesunde Mutter gewünscht hätte oder mal einen etwas weniger steinigen Weg – aber deswegen neidisch sein auf jemand anderen? Das ist doch verschwendete Energie. Ich denke, wenn man stattdessen lieber bei sich bleibt – also sich sprichwörtlich „an die eigene Nase fasst“ – ist doch alles gut. Wir sollten eh nicht ständig unsere Mitmenschen be- bzw. verurteilen für ihre Art, ihre Herkunft, ihr Aussehen oder was auch immer. Leben und leben lassen.

Außerdem freue ich mich viel lieber, wenn Träume wahr werden. Wenn zum Beispiel Freundinnen schwanger werden, die sich das lange gewünscht haben oder das ganz große Glück finden. Das ist doch fantastisch!

Und Freunde an seiner Seite zu haben, die sich uneingeschränkt mit dir auch über deine Erfolge und dein Glück freuen können, die sind mit Geld nicht zu bezahlen. Zu meinem größten Glück gehört, dass ich heute einige solcher liebevollen Menschen zu meinen Freunden zählen kann. Danke euch allen, ich habe euch lieb!

Wie hat dein Umfeld auf deine Veränderung reagiert?

Also diese Frage ist falsch formuliert, würde ich sagen. Eher: Wie hat sich durch die Veränderung dein Umfeld geändert? Eindeutig zum Positiven! Ich habe das Gefühl, dass einen bestimmte Charaktere immer irgendwie durchs Leben begleiten, wenn auch in anderer Form. Menschen gehen oder müssen gehen und dafür kommen andere nach. In vielen Fällen kommen sie in verbesserter Version irgendwie zu einem zurück. Und manche dürfen oder können leider nicht gleichzeitig in deinem Leben vorkommen. Wer weiß warum? Vielleicht muss da ein bestimmtes Gleichgewicht herrschen? Meine Ma würde ich da ein Stück weit ausschließen. Sie ist nicht in verbesserter Version zurückgekommen, das ginge auch nicht. Aber es sind über die Jahre Menschen nachgekommen, die mein Herz auf ähnliche Weise ansprechen.

Wie zufrieden bist Du mit Dir?

Total im Einklang. Ich kenne meine Stärken und Schwächen ziemlich genau und bin da sehr aufgeräumt. Es haben mir schon mehrere Menschen unabhängig voneinander erklärt, dass ich sie an einen bestimmten Charakter aus Harry Potter erinnere. In diesem Fall kann man das einerseits als Beleidigung, andererseits als größtes Kompliment ansehen. Ich persönlich freue mich sehr darüber, weil es eine meiner absoluten Lieblingsfiguren ist. Ich schreibe jetzt absichtlich nicht welche, wer mich mal trifft, soll das lieber selbst herausfinden. 😉

Und wenn mich jemand nicht mag, dann ist das eben so – immer lächeln und winken.

Was sind noch so persönliche Baustellen?

Tatsächlich bin ich derzeit ziemlich angekommen.

Wie stehst Du in Kontakt mit deinem Körper?

Oh, wir sind gute Freunde. Das ist auch sehr wichtig. Mein Körper sagt mir eigentlich immer ziemlich genau, was er jetzt braucht, was er gut findet oder blöd. Die Kunst besteht eigentlich nur darin, ihm gut zuzuhören. Das fängt beim Essen an und geht beim Sport weiter. Ich esse zum Beispiel nur dann, wenn ich wirklich Appetit habe und dann das wonach mir ist. Morgens mag ich meist gar nichts essen, außer Kaffee, und dann zwinge ich mir auch nichts rein. Anders als ich, braucht mein Magen nämlich die Zeit, um wach zu werden. Und wir beide liiiiieben Schokolade! Diesem „Drang“ gebe ich nach, weil mir meist schon 2 kleine Streifen meiner Lieblingsschoki ausreichen (Cadbury „Whole Nut“ – für den Fall, dass jemand mir damit mal eine Freude machen möchte ;))) Außerdem schreit mein Körper regelmäßig nach Sport und Bewegung. Das ist wirklich krass, wie meine Muskeln anfangen sich zu beschweren, wenn ich zu lange kein Yoga gemacht habe. Dann schmerzt es nämlich an allen Ecken. Ich starte dann immer mit dem Trampolin, bisschen Ausdauerhüpfen fürs Herz, dann Hula-Hoop für die Bauchmuskeln und danach mindestens 1 Stunde Yoga mit Balletteinheiten. Meine Lieblingszeit dafür: Samstagsnachmittags um 15 Uhr 30 – dann läuft im Radio die Buli Show 😉 Und wenn man sich aufs Atmen und Dehnen konzentriert, ist es irre, was einem die Muskeln alles sagen. Jetzt gerade zum Beispiel: Mach mal Pause mit Schreiben, wir wollen uns jetzt dehnen.

Auch dabei ist es wichtig, dass man gut zuhört. Ich bin zwar hypermobil, aber mein Körper kann und will das gar nicht immer abrufen. Und wenn man Blockaden oder Hindernisse spürt, dann sollte man das einfach hinnehmen und akzeptieren, nichts erzwingen, das hilft.

Genau wie Belohnungen. Wenn ich zum Beispiel Dinge erledigen muss, die zwar nötig sind, aber auf die ich überhaupt keine Lust habe – wie z..B. bestimmte Vorsorgeuntersuchungen – dann überlege ich mir immer vorher, womit ich meinem Körper und meine Seele belohnen könnte. Je nach Termin fällt die Belohnung entsprechend groß aus 😉

Worin verlierst Du dich?

In Kreativität! Egal ob Singen, Basteln, fröhlich vor mich hin malen oder, wie jetzt, schreiben … wenn ich im Fluss bin, kann man mich nur schwer stoppen … 😉

Woher nimmst Du Energie?

Aus genau diesen Dingen.

Aus Musik… Die ersten Klänge meiner Lieblingslieder durchströmen mich mit Glücksgefühlen. Da kann ich mich nicht gegen das Lächeln wehren.

Kreativität!

Momente mit wunderbaren Menschen erleben – auch da sind es oft die kleinen Gespräche, Blicke oder Erlebnisse die zählen.

Momente mit wunderbaren Tieren – Hunde lieben mich, schon immer. Ich kann inzwischen zahlreiche Geschichten über lustige Begegnungen erzählen mit fremden Hunden. Die sehen mich und wollen dann unbedingt zu mir und „Hallo“ sagen, meist sehr zur Irritation ihrer Besitzer. Im Sommer saß ich beispielsweise mit einer Freundin draußen auf der Treppe vor unserem Büro, plötzlich schleckte mir ein Hund die Wange ab – hatte sich einfach angeschlichen, der Knuddel. Das mag sicher nicht jeder, ich freue mich immer über solche Momente und fühle mich geehrt.

Und ja auch hier wieder mein Lieblingszauberlehrling … Es gibt viele Menschen, die das nicht verstehen, es ist ja nur ein Kinderbuch. Nein, ihr Muggel, Harry Potter ist genaugenommen eine Ode an die (Mutter-)Liebe. Eine schönere Aussage kann es doch eigentlich gar nicht geben, finde ich. Lest die Bücher und achtet einmal darauf, wie die Mütter darin handeln – egal welche. Meine Lieblinge sind Lily, Molly und auch Narcissa – jede von ihnen ist eine „Löwenmutter“, die alles für ihre Junge tun würde. Das weiß ich so genau, weil ich meine Magisterarbeit zum Thema „Die Frauenrolle bei Harry Potter“ geschrieben habe. Sollte also mal jemand einen guten Telefonjoker für Wer wird Millionär suchen, darf er sich gerne melden … 😉

Mirja und Harry Potter

Woher weißt du, was dir und wer dir gut tut und was auch nicht?

Ich höre auf mein Herz. Bei Sachen und Entscheidungen funktioniert das immer perfekt. Bei Menschen merke ich meist sehr schnell, mit wem ich gut klar komme und mit wem weniger. Und danach ist ihr Verhalten entscheidend. Es gibt für mich zwei Arten von Menschen. Die einen sind Energieräuber, die andern Energiegeber. Manchmal brauche ich ein bisschen, um herauszufinden, wer zu welcher Kategorie gehört. Wer mich nur ausnutzt und wer auch mal für mich da ist. Ich gebe gerne viel – das habe ich von meinen Eltern so mitbekommen – und ich gebe auch wahnsinnig gerne, nur möchte ich meine „Gaben“ mit Menschen teilen, die mich dann wenigstens zu schätzen wissen. Klingt jetzt so, als wollte ich Geschenke von meinen Freunden, dass meine ich aber nicht. Mir geht es eher um Mitgefühl, Anteilnahme, Fürsorge … so etwas. Zum Beispiel ein kleines: Fahr bitte vorsichtig! Ein ehrliches: wie geht es dir? Einfach das Gefühl zu haben, dass man dem anderen nicht egal ist. Das verrät mir tatsächlich alles, was ich wissen muss: Action speaks louder than words!

Wie entscheidest Du, was Du machst?

Spontan und immer nach Gefühl – funktioniert super, auch bei Klamotten und Schuhen! 😉

Was waren für Dich wichtige Helfer und Orientierungen?

Wichtige Helfer gab es einige. Wenn ich jetzt beginnen würde, sie alle aufzuzählen, würde ich sicher einige wichtige Menschen vergessen.

Darum gebe ich hier nur ein paar beständige Beispiele, ohne die vieles einfach nicht möglich gewesen wäre:

1. Meine unglaublich liebevollen und großartigen Eltern: Beide – in absolut gleichem Umfang – haben wirklich alles gegeben, um mich, so gut es geht, auf das Leben vorzubereiten. Ich habe das große Glück aus einem Zuhause zu kommen, wo die Liebe IMMER an erster Stelle stand. Sie haben mich bei allem unterstützt. Auch bei den absurden Vorhaben, die sie nicht

immer verstehen konnten, haben sie mich machen lassen und hatten Vertrauen. Und sie haben immer an meine Träume geglaubt – mein Papa tut das noch und fiebert da auch genauso mit oder freut sich, wenn sie dann wahr werden. Und meine Mama war natürlich eine von diesen wunderbaren Löwenmüttern. Das ist nicht selbstverständlich und ich bin sehr glücklich, dass ich mit meiner Familie so gesegnet bin.

2. Meine „Schwester“ und Seelenverwandte Mandy – unsere SPD-Hündin (Schnauzer, Pudel, Dackelmischling), die mir und uns 17Jahre lang nur Freude bereitet hat. Bei uns beiden Liebe auf den ersten Blick. Im Oktober 1994 war sie gerade 6 Wochen alt und ließ Menschen nur sehr zögerlich an sich heran. Da war sie noch ganz scheu und sah aus wie ein kleiner Maulwurf. Und dann habe ich sie das erste Mal besucht. Von mir hat sie sich nicht nur auf den Arm nehmen lassen, sondern guckte mir kurz und tief in die Augen und dann hat sie, wie später noch hunderte von Malen, ihren Kopf an mich geschmiegt. Danach war die Sache klar. Auch unser kleinstes Familienmitglied hat mit ihrer Liebe einen großen Anteil daran, dass meine Ma solange bei uns sein durfte.

3. Meine beste Freundin und Seelenverwandte – auf sie habe ich lange gewartet. Sie ist nämlich erst in meinem 17. Lebensjahr in mein Leben getreten. Am Anfang waren wir noch „Backfische“ – das Hippie-Mädchen und die Prinzessin – die sich zwar super verstanden, aber auch noch aneinander wachsen mussten. Nach nun fast 20 Jahren Freundschaft ist uns das glaube ich ziemlich gut gelungen und wir sind ziemlich unverwüstlich zusammengewachsen. Und es ist völlig egal, ob uns gerade 400km Entfernung trennen, das Gefühl füreinander ist immer da.

4. Meine Großtante bzw. eigentlich Oma – sie ist und war schon immer sehr speziell, aber ich habe kaum loyalere Menschen kennengelernt als sie. Auch in den schwierigen Zeiten war und ist auf sie Verlass.

5. Viele andere Freunde, Bekannte, Lehrer oder einfach Begegnungen mit Menschen. Das ist ja alles irgendwie immer im Wandel begriffen. Es fallen mir jetzt gerade viele Menschen ein, die nur kurz einmal in meinem Leben auftauchten, dann aber für wunderbare Überraschungen sorgten. Zum Beispiel: Erste Reihe Karten für Michael Bublé – dieses Geschenk werde ich nie vergessen. Oder die wirklich für große Veränderungen in meinem Leben gesorgt haben – meinen Umzug nach Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel. Und die vielen wunderbaren Menschen, die gerade im Augenblick ein Teil von mir und meinem Alltag sind.

Was bedeuten für dich Begegnungen und Menschen allgemein?

Sehr viel. Ich bin ein geselliges Tierchen und nehme schnell Kontakt auf. Dabei glaube Ich, dass ich von jedem Wesen das mir im Laufe meines Lebens begegnet auch etwas lernen kann. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, manchmal wird es einem schon beim ersten Gespräch klar, anderes wächst über Jahre und bei manchen Begegnung oder Menschen fragt man sich über Jahre, was das einem jetzt eigentlich überhaupt sagen sollte. Aber prinzipiell komme ich am Ende immer wieder zu diesem Schluss. Ich habe übrigens auch schon sehr viel von Menschen gelernt, die ich nicht mag oder mochte. Das eine schließt das andere nicht aus.

Wichtig sind mir Freundlich- und Höflichkeit. Mit einem Lächeln erreicht man nämlich meist viel mehr. Was ich nicht mag, sind Menschen, die andere von oben herab behandeln.

Und ansonsten hilft mir ein Zitat vom Dalai Lama:

„Lass das Verhalten anderer Leute nicht deinen inneren Frieden stören.“

Was waren deine bewegendsten Momente in deinem Leben?

Der Abschied von meiner Mutter.

Unser Urlaub in Florida

Ein Tanz auf der Bühne des Schilda Theaters in Oberhausen mit meiner besten, damals hochschwangeren Freundin und ihrem Mann zu Pur‘s „Wenn du da bist“

Der 8. Mai 2004 – diesen Freudentag kann man nicht in Worte fassen. Der Tag war von Anfang bis Ende perfekt. Ganz Bremen war euphorisiert. Am Ende standen wir alle „Lebenslang Grün-Weiß“ singend und tanzend auf dem Marktplatz. Werder wurde damals durch einen Sieg in München Deutscher Meister und die ganze Stadt war im Fieber!

15. April 2014 – ein buchstäblich magischer Tag in London mit der zauberhaftesten Mädchenrunde ever …Dobby’s Rescue Mission

Was berührt Dich?

Stimmen oder Melodien, die mir direkt ins Herz gehen.

Einer der berührendsten Songs, die ich live hören durfte, war „When I was your man“ von Bruno Mars. Bei diesem Song war er ganz allein auf der dunklen Bühne und hat nur mit Klavierbegleitung aus tiefster Seele gesungen. Nach nur wenigen Takten habe ich im Publikum Rotz und Wasser geheult, weil das so berührend war.

Unglaublich ergreifend war für mich auch, mit meiner besten Freundin auf der Bühne das Duett „Wie ich bin“ aus Wicked zu singen. Darin geht es um Freundschaft und wie man aneinander wächst – also der perfekte Song für uns. Das hat uns beide sehr bewegt und wir haben am Ende des Liedes absichtlich ganz langsam gesungen (arme Pianistin) weil wir diesen Moment voll auskosten wollten.

Maria träumt

„Wenn mir mein Lieblingspferd ganz freudig, liebevoll und vorsichtig einen Kuss auf meinen Kopf haucht – unbezahlbar “

Feuerwerke – da werde ich immer ganz sentimental

Bücher, Serien oder Filme können das manchmal aber auch.

Wie das Serienfinale der Gilmore Girls, Jojo Moyes „Ein ganzes halbes Jahr“, die Biographie von June Carter Cash oder die Tode von Sirius Black und Dobby …

Was findest Du ganz wundervoll?

Ich bin extrem begeisterungsfähig, das heißt diese Frage werde ich niemals vollständig beantworten können.

Ich liiiiiebe den Geruch von frischem Kaffee und einen vollen Kaffeebecher in der Hand zu halten.

Ich liebe es abends in meiner Badewanne zu liegen und mir von Stephen Fry mein Lieblingsbuch vorlesen zu lassen (ihr wisst schon welche ;))

Die ersten Klänge meiner Lieblingslieder … “Run“ z.B von Matt Nathanson & Sugarland oder „Don’t cry“ von Sunrise Avenue

Michael Bublé

Sonnenauf- und Untergänge oder einfach grandiose Wolkenbilder …

Bunte Farben – vor allem meine Lieblingsfarbe Petrol/Türkis (Türkis ist keine Farbe, sondern eine Lebenseinstellung)

Immer das passende (Film-)Zitat im richtigen Moment: „Klar soweit?“ 😉

Der Frühling ist wundervoll

Der Herbst aber auch

Wenn die Sonne scheint

Wenn es regnet

Der Duft von Limetten

To be continued…

Was vermisst Du und macht Dich auch traurig?

In diesem Moment gerade nichts – die Sonne scheint und es wird Frühling. Natürlich vermisse ich meine Mama und meinen Hund. Nicht immer, aber immer vor allem in Momenten, in denen ich besonders glücklich bin.

Traurig machen mich vor allem Ungerechtigkeiten oder auch die aktuelle Situation auf der Welt. Da neige ich manchmal zu Weltschmerz, weil diese Hass- und Glaubenskriege für mich einfach keinen Sinn ergeben.

Was wünschst Du dir noch?

Ich wünsche mir, dass Samu Haber (der Sänger von Sunrise Avenue, Anm. d. Red.) mal einen wirklich schönen, positiven Song über und für mich schreibt! Ja, ja, lacht jetzt nur. Ich habe aber festgestellt, dass es falsch ist, alle seine Wünsche für sich zu behalten. Manchmal ist es wichtig, dass man sie kommuniziert, sonst können sie ja nicht wahr werden. Wie die Sache mit den Malediven zum Beispiel. Und ein Song von Samu Haber ist zwar ausgesprochen unwahrscheinlich, aber dadurch, dass ich das jetzt hier kommuniziert habe, ist die Chance, dass er davon erfährt doch ein wenig größer, als wenn ich es niemandem verraten würde … 😉

Was hast Du als Nächstes vor?

Ins Konzert gehen 😉

Auf längere Sicht: mehr Fernreisen, da sind noch ein paar Ziele offen … Vancouver, Bali, Florida, Nashville, Costa Rica … mal schauen, wo es mich noch hin verschlägt.

Mein Leben genießen und dabei möglichst viele schöne Momente einsammeln.

Möchtest Du den Lesern noch etwas mitgeben?

Ich möchte euch verraten, warum ich bei diesem Projekt mitgemacht habe.

Ich will Mut machen und Optimismus verbreiten.

Das Leben ist manchmal nicht fair. Menschen, die es nicht verdient haben, erkranken an Krebs, Rheuma, MS, Depressionen oder anderen wirklich schlimmen Dingen. Sie haben Unfälle und müssen plötzlich feststellen, dass ihr Körper nun anders oder möglicherweise auch gar nicht mehr funktioniert. Ich maße mir nicht an, das Leid dieser Betroffenen oder auch ihrer Angehöriger nur annähernd erfassen zu können. Jeder Mensch ist anders und jeder Mensch geht anders mit Schicksalsschlägen um.

Ich persönlich habe festgestellt, dass Aufgeben niemals eine Option für mich ist. Und das es einfach entscheidend ist, was man aus dem Blatt macht, dass einem das Schicksal zugeteilt hat. Ich bewundere Menschen wie Samuel Koch, die kämpfen um ihre Träume und trotz aller Widrigkeiten neue Wege finden, um ihrer Bestimmung zu folgen. Das versuche ich auch.

Wenn ein Weg nicht funktioniert, dann suche ich mir einen neuen. Am Ende wird das Ergebnis meistens besser, als ich es mir gedacht hätte.

Und um es mit Jack Sparrow zu sagen:

„Das Problem ist nicht das Problem. Das Problem ist deine Einstellung zu dem Problem, verstehst Du?“

Ich erinnere mich heute zum Beispiel mit einem Lachen an den Moment, der damals einfach nur wie ein schlechter Scherz schien. Das war 2005 – meiner Mama ging es sehr schlecht, sie war für die letzten 6 Wochen ihres Lebens in unser Wohnzimmer zurückgekehrt und lag dort nun in einem Pflegebett. Mein Papa hatte zu derzeit Nachtdienst und so lag es an mir, mich abends um meine Ma zu kümmern. Was ich auch wirklich sehr gerne tat. An diesem Abend hatte ich sie alleine auf Toilette gebracht und das war körperlich ganz schön anstrengend, weil sie einfach nicht mehr so richtig mithelfen konnte. Gerade hatte ich sie vorne komplett fertig gemacht und mich selbst schlafen gelegt, da kam mein Hund zu mir ins Bett. Weckte mich wieder auf und kotzte mir ohne Vorwarnung ins Gesicht, aufs Kopfkissen und voll in die Haare. Ja, das war genau das, was man in solchen Zeiten unbedingt auch noch braucht. Trotzdem bin ich im Nachhinein auch dafür dankbar. Das waren auf jeden Fall die krassesten Wochen meines Lebens bisher. Und doch ist es die Zeit, auf die ich wirklich mit Stolz zurückblicke, weil ich einfach für die Menschen und Lebewesen, die mir wichtig waren, da war, als sie mich am dringendsten brauchten.

Und Irgendwie hat man in diesen Situationen ja immer zwei Möglichkeiten: Man kann sich selbst als „Opfer“ sehen und sich fragen: warum das alles, warum ich – oder aber man kann das einfach lassen und beschließen, sich nicht zum Opfer machen zu lassen, sondern einfach zu akzeptieren, wie es jetzt gerade ist.

Meine Mama war zu keiner Zeit ein Opfer ihrer Krankheit. Stattdessen hat sie noch auf dem Sterbebett Witze gemacht und sich frech einen Weihnachtselch-Haarreifen auf ihre Glatze geschoben, um für ein Foto zu posieren.

Und ich selbst würde auch nie auf die Idee kommen, mich von meinem Rheuma ausbremsen zu lassen. Klar, nervt mich das, wenn ich mich deswegen mal nicht so gut bewegen kann, aber da hilft mir dann mein Optimismus und die feste Überzeugung:

„Am Ende wird alles gut und ist es nicht gut,dann ist es nicht das Ende!“
– Oscar Wilde –

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